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der Eichenprozessionsspinner - eine gefährliche Raupe


Beim Eichenprozessionsspinner (EPS) handelt es sich um einen aus der Ordnung der Schmetterlinge stammender Nachtfalter, umgangssprachlich auch als Motte bezeichnet.

Falter des Eichenprozessionsspinners

Schmetterlinge sind, wie die anderen vorgenannten Insekten auch, sog. „holometabole“ Insekten, das bedeutet, dass sie eine vollständige Entwicklung vom Ei über die Larve (hier speziell Raupe) und Puppe bis hin zum vollständigen Insekt durchmachen.
Das für uns gefährliche Entwicklungsstadium ist das der Raupe.

Raupenstadium des Eichenprozessionsspinners

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners macht ab April bis Mai, wenn sie nach der Überwinterung aus dem Ei schlüpft, sechs Entwicklungsstadien durch, wovon die Stadien ab dem dritten (ca. Ende Mai) von Gefährlichkeit sind.
Auf der Raupe sitzen weiße Haare, die sehr leicht abbrechen und unter anderem auch mit dem Wind fortgetragen werden können. Diese Haare enthalten das Nesselgift Thaumetoporin, das beim Menschen sehr gefährliche Reaktionen hervorrufen kann.
Die Haare können die Kleidung durchbohren und eingeatmet werden. Die Folge sind Symptome wie Hautreizungen, Augenentzündungen und gefährliche Atembeschwerden.
Es ist wichtig, bei den ersten Anzeichen von Unwohlsein sofort in ärztliche Behandlung gebracht zu werden.
Die Gifthaare des EPS sind auch über den Larvenzeitraum hinaus gefährlich, da sie beim Häuten der Raupe im Baum verbleiben. Somit ist von einer ganzjährigen Gefahr auszugehen.

Der Eichenprozessionsspinner erobert sich sein Gebiet erst von Süden her, so dass weite Teile Deutschlands noch außer Gefahr sind.

Ich versuche sobald es mir urheberrechtlich möglich ist, eine Gefährdungskarte einzustellen.

 


Vorbeugung:

Eine Vorbeugung im Sinne einer Gefahrenminimierung ist nur möglich, wenn man Eichen in betroffenen Gebieten weiträumig meidet.

Im gewerblichen Bereich hat die Problematik um die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners dazu geführt, dass sogenannte „Betriebsanweisungen“ erstellt wurden. sind meist im DIN A 4 - Format gehaltene Informationsschriften, die auf Gefahren in Bezug zu bestimmten Tätigkeiten hinweisen. Für den Garten- und Baumpflegebereich wurde eine Betriebsanweisung „Biologisch/chemische Gefährdung durch Haare des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea)“ von der zuständigen Berufsgenossenschaft erstellt, der Beschäftigte kurz und knapp auf die Gefahren dieser Larve hinweist und Anleitungen zum Verhalten im Gefahrfall gibt sowie Vorschriften zur Bekleidung macht. Demnach dürfen die Nester der Raupe sowie die Raupe selbst nicht berührt werden. Weiterhin ist es sinnvoll, nach Kontakt sofort die Kleidung zu wechseln und gründlich zu waschen. Hierbei ist zu beachten, dass sich die Brennhaare nicht einfach auswaschen lassen. 
Weiterhin stellt das Einatmen der Haare eine große Gesundheitsgefahr dar. Von daher ist das Wissen um die Gefährlichkeit die beste Vorbeugung, wenn man nicht umherkommt, sich befallenen Bäumen zu nähern.