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Mäuse und Ratten - unfreiwillige Überträger des Hantavirus

Nagetiere wie Mäuse und Ratten sind aus unserem Stadt- und Landschaftsbild nicht wegzudenken. Sie bevölkern Wälder, leben auf landwirtschaftlichen Flächen und finden Nahrung auf Dachböden, in schlecht abgedichteten Häusern und auf der Straße oder in der Kanalisation. Auch wenn wir diese Tiere eher selten zu Gesicht bekommen, leben sie doch mitten unter uns und teilen sich somit auch Lebensraum mit uns Menschen. Durch ihre geringe Größe und vermeintlicher Zähmbarkeit erfreuen sie sich vor allem bei Kindern immer größerer Beliebtheit als Haustiere (z.B. sog. „Schmuseratten“, eigentlich Farbratte). Doch auch wenn gerade Ratten heutzutage nicht mehr so häufig als Pestüberträger für den Rattenfloh dienen, können Nagetiere Krankheiten auf den Menschen übertragen. Die wichtigsten sind dabei das Hantavirus und die Kuhpocken. Außerdem dienen sie als Zwischenwirte für Zecken.

Dieses Bild basiert auf dem Bild "Rötelmaus" aus der freien Mediendatenbank Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist "soebe"

Seit einigen Jahren ist die Öffentlichkeit auf das Hantavirus aufmerksam geworden. In Deutschland kommen drei Virustypen vor, von denen alle drei Krankheitssymptome auslösen, die einen eher milden Verlauf aufweisen.

Das Hantavirus wird von Mäusen übertragen, wobei jeder Virustyp von einer anderen Mausart übertragen werden kann.

Die Feldmaus überträgt das Tulavirus, die Brandmaus das Dobravavirus und die Rötelmaus das Puumalavirus.

Die Verbreitung der einzelnen Virustypen sind auf das Verbreitungsgebiet der Mausarten beschränkt, so dass wir feststellen können:

  • Lebensraum der Feldmaus und Verbreitungsmöglichkeit des Tulavirus: überall in Deutschland, jedoch ist erst ein Fall der Übertragung auf den Menschen in Brandenburg bekannt.

 

  • Lebensraum der Brandmaus und Verbreitungsmöglichkeit des Dobravavirus: Nord- und Ostdeutschland.

 

  • Lebensraum der Rötelmaus und Verbreitungsmöglichkeit des Puumalavirus: überall, eine Häufung der Infektionen wurde in den Jahren 2007 und 2008 in Süd- und Westdeutschland (Bayrischer Wald, Spessart, Schwäbische Alb, Münsterland, Köln, Osnabrücker Land und Braunschweig) fstgestellt.

 

Der hier in Deutschland bedeutende Virustyp "Puumala" veranlasste beispielsweise daas Niedersächsische Landesgesundheitsamt im Jahre 2007 dazu, eine Warnung vor der Übertragung des Hantavirus in Hochrisikogebiten auszusprechen (siehe z.B. http://www.landkreis-osnabrueck.de/pics/medien/1_1116852105/hanta.pdf).